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<title>Firmament</title>
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<p><b>Firmament</b>, auch <b>Himmelszelt</b> oder <b>Himmelsgewölbe</b>,<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> bezeichnet in frühen <a href="Weltbild" title="Weltbild">Weltbildern</a> einen über der <a href="Erde" title="Erde">Erde</a> gelegenen Teil des <a href="Universum" title="Universum">Kosmos</a> als jene <a href="Sph%C3%A4re" title="Sphäre">Sphäre</a>, an der die <a href="Fixstern" title="Fixstern">Fixsterne</a> befestigt gedacht waren. Im heutigen deutschen Sprachgebrauch ist Firmament ein gehobener Ausdruck für <a href="Himmel_(planetar)" title="Himmel (planetar)">Himmel</a> und <a href="Himmelsgew%C3%B6lbe" class="mw-redirect" title="Himmelsgewölbe">Himmelsgewölbe</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriffsgeschichte">Begriffsgeschichte</h2></div>
<p>Der Begriff des Firmaments geht auf ein <a href="Kosmologie" title="Kosmologie">kosmologisches</a> Konzept zurück, das für den Anblick des <a href="Himmel_(planetar)" title="Himmel (planetar)">Himmels</a> und die Bewegung von <a href="Himmelsk%C3%B6rper" class="mw-redirect" title="Himmelskörper">Himmelskörpern</a> vor dem Hintergrund des sich scheinbar drehenden <a href="Sternenhimmel" title="Sternenhimmel">Sternenhimmels</a> sowie eine Fülle <a href="Astronomisches_Ereignis" title="Astronomisches Ereignis">astronomischer</a> und <a href="Meteorologie" title="Meteorologie">meteorologischer</a> Ereignisse das <a href="Protowissenschaft" title="Protowissenschaft">protowissenschaftliche</a> Modell eines <a href="Geozentrisches_Weltbild" title="Geozentrisches Weltbild">geozentrischen Weltbildes</a> entwirft. Der <a href="Mittelhochdeutsche_Sprache" title="Mittelhochdeutsche Sprache">mittelhochdeutsche</a> Ausdruck <i>Firmament</i> ist <a href="Lehnwort" title="Lehnwort">entlehnt</a> aus <a href="Sp%C3%A4tlatein" title="Spätlatein">spätlateinisch</a> <i>firmamentum</i> (eigentlich: ‚Befestigungsmittel‘). Nach mittelalterlicher Vorstellung hatte jeder der sieben Planeten eine <a href="Sph%C3%A4re#Antike_Kosmologie" title="Sphäre">Sphäre</a> (einen Himmel) für sich; darüber war als achte Sphäre das Firmament, an dem die <a href="Fixstern" title="Fixstern">Fixsterne</a> befestigt gedacht waren.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Versuch, den scheinbaren Lauf von <a href="Wandelstern" class="mw-redirect" title="Wandelstern">Wandelsternen</a> um die Erde zu erklären, beschreibt das geozentrische Modell die Vorstellung, die Sonne, der Mond und eine Reihe Planeten würden je auf verschiedenen <a href="Sph%C3%A4re" title="Sphäre">Sphären</a> bewegt. Als das von der Erde am weitesten entfernte der kugelschalenähnlichen Gebilde galt das feste Firmament, die <i>Himmelsfeste</i>,<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> mit den darauf fixierten, gegeneinander unbeweglichen Fixsternen. Es umschloss die nach innen zu aufeinanderfolgenden anderen (sieben) Sphären.
</p>

<p>Darüber oder dahinter begänne das <a href="Empyreum" title="Empyreum">Empyreum</a>, der <a href="Himmel_(Religion)" title="Himmel (Religion)">‚Himmel‘</a> im religiösen Sinn als der Bereich des Überirdischen und Göttlichen. Das Firmament bildete damit eine trennende oder verbindende Schicht zwischen der irdischen Welt und der himmlischen höherer Mächte.
</p><p>Im babylonischen Weltbild und im <a href="Bibel" title="Bibel">biblischen</a> Weltbild, das darauf beruht, stellt man sich den Himmel als eine Trennung vor, die – vergleichbar einer riesigen Glasglocke – den Luftraum der Welt von der darüber liegenden Urflut trennt. In der deutschen Bibel wurde deshalb das Wort mit ‚Feste‘ übersetzt.
</p><p>Im griechisch-antiken <a href="Geozentrisches_Weltbild" title="Geozentrisches Weltbild">geozentrischen Weltbild</a> wird es dann eine die Welt (Erde) umgebende, sich drehende <a href="Sph%C3%A4re" title="Sphäre">Sphäre</a>, beziehungsweise ein Satz konzentrischer Sphären, an der die Himmelskörper, insbesondere die „<a href="Fixstern" title="Fixstern">Fixsterne</a>“ – daher deren Name – angeheftet sind (Fixsternsphäre). Dass das Firmament mehrere gegeneinander bewegliche Schalen umfassen müsste, folgt aus den schon von den <a href="Sumerer" title="Sumerer">Sumerern</a> mathematisch ausformulierten Theorien über die vom Fixsternhimmel abweichenden Bewegungsbahnen der Planeten und insbesondere des <a href="Mond" title="Mond">Mondes</a>. Ursprünglich hatte man sich letztere als – nicht festgemachte – „<a href="Wandelstern" class="mw-redirect" title="Wandelstern">Wandelsterne</a>“ vorgestellt, was dann ein übernatürliches Wesen erfordert, das sie steuert, oder auch Konzepte eines Himmelswagens und Ähnliches. Vorstellungen von Wagen, Lenkern und Sternenträgern gibt es in allen alten Kulturen, so bis heute bei den Namen einiger <a href="Sternbild" title="Sternbild">Sternbilder</a> erhalten.
</p><p>Auch weitere <a href="Himmelsmechanik" title="Himmelsmechanik">himmelsmechanische</a> und Anblicksprobleme wurden mit höheren Wesen zu erklären versucht, so die bei den Griechen <a href="Atlas_(Mythologie)" title="Atlas (Mythologie)">Atlas</a> genannte Figur, die das Firmament zeitweise an einem Ende anhebt (um die Auswirkung der <a href="Schiefe_der_Ekliptik" class="mw-redirect" title="Schiefe der Ekliptik">Schiefe der Ekliptik</a> zu erklären).
Die philosophische <a href="Antike_Astronomie" class="mw-redirect" title="Antike Astronomie">antike Astronomie</a> in Tradition des <a href="Aristoteles" title="Aristoteles">Aristoteles</a>, die ohne – willkürlich agierende – höhere Mächte auszukommen suchte, erforderte deshalb einen komplexeren mechanischen Aufbau des Firmaments.
</p><p>Von der Vorstellung des physisch Festgemachten löste man sich dann mit den Theorien des <a href="Johannes_Kepler" title="Johannes Kepler">Johannes Kepler</a> und seiner Vorgänger und Nachfolger, die zwar die Gesetzmäßigkeiten, nicht aber die Ursachen beschreiben konnten (Kepler favorisiert in seiner <i>Harmonia Mundi</i> Strukturen in Form der <a href="Platonische_K%C3%B6rper" class="mw-redirect" title="Platonische Körper">platonischen Körper</a> als Träger der Bahnen und der <a href="Nahwirkung_und_Fernwirkung" title="Nahwirkung und Fernwirkung">Fernwirkungen</a>). Nach den <a href="%C3%84ther_(Physik)" title="Äther (Physik)">Äther</a>-Theorien des 19.&nbsp;Jahrhunderts (das griechische Wort <i><a href="Aither" title="Aither">Aither</a></i> bedeutet „blauer Himmel“ und beschreibt eine elektromechanisch aktive vermeintliche Grundsubstanz des „<a href="Weltraum" title="Weltraum">Weltraums</a>“) gelang es erst der Generation <a href="Albert_Einstein" title="Albert Einstein">Albert Einsteins</a>, ein <a href="Kosmologie" title="Kosmologie">kosmologisches</a> Modell zu formulieren, das ohne expliziten „Träger“ der Körper auskommt: Hier werden <a href="Materie" title="Materie">Materie</a>, <a href="Raum-Zeit-Kontinuum" class="mw-redirect" title="Raum-Zeit-Kontinuum">Raum-Zeit-Kontinuum</a> und <a href="Gravitation" title="Gravitation">Gravitation</a> als ein wechselwirkendes dynamisches System aufgefasst, deren jeweiliger Einfluss untereinander die Positionen zueinander bestimmt.
</p><p>Die <a href="Astronomische_Ph%C3%A4nomenologie" title="Astronomische Phänomenologie">phänomenologische Anblicksproblematik</a> besteht bis heute in der Bezeichnung <i><a href="Himmelskugel" title="Himmelskugel">Himmelskugel</a></i> der Astronomie: Das ist eine als unendlich weit entfernt gedachte <a href="Kugelschale" title="Kugelschale">Kugelschale</a> um die Erde, die bei Anwendung der <a href="Projektive_Geometrie" title="Projektive Geometrie">projektiven Geometrie</a> als Abbildungs<a href="Ebene_(Mathematik)" title="Ebene (Mathematik)">ebene</a> dient (<a href="Sph%C3%A4rische_Astronomie" title="Sphärische Astronomie">Sphärische Astronomie</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Firmament" class="extiw external" title="wikt:Firmament">Wiktionary: Firmament</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=4132524-2">Literatur von und über Firmament</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Vergleiche Wörterbucheintrag <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Firmament"><i>Firmament</i></a> beziehungsweise <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/synonyme/Firmament">Synonyme</a> auf Duden.online.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Friedrich_Kluge" title="Friedrich Kluge">Friedrich Kluge</a>, <a href="Elmar_Seebold" title="Elmar Seebold">Elmar Seebold</a> (Bearb.): <i><a href="Etymologisches_W%C3%B6rterbuch_der_deutschen_Sprache" title="Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache">Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache</a>.</i> 23. Auflage. 1995, Walter de Gruyter, ISBN 3-11-012922-1, S.&nbsp;267.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><cite style="font-style:italic"><span style="font-style:normal;"></span></cite>. In: <a href="Jacob_Grimm" title="Jacob Grimm">Jacob Grimm</a>, <a href="Wilhelm_Grimm" title="Wilhelm Grimm">Wilhelm Grimm</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic"><a href="Deutsches_W%C3%B6rterbuch" title="Deutsches Wörterbuch">Deutsches Wörterbuch</a></cite>. 16 Bände in 32 Teilbänden, 1854–1960. S. Hirzel, Leipzig.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Firmament&amp;rft.atitle=&amp;rft.btitle=Deutsches+W%C3%B6rterbuch&amp;rft.genre=book&amp;rft.place=Leipzig&amp;rft.pub=S.+Hirzel&amp;rft.volume=16+B%C3%A4nde+in+32+Teilb%C3%A4nden%2C+1854-1960" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
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